• Stadtkirche Lenzburg

LUFTSTRÖME - ORGELKONZERT

Anastasia Stahl (Orgel) & Rafael Baier (Saxofon)

Ein spannender Dialog: Aus luftiger Höhe erklingt die Königin der Instrumente und vermengt sich mit den (über-)irdischen Saxofonklängen. Bild ©Sebastian Palzhoff


ZUM PROGRAMM Beide spielen sie Aerophone oder «wind instruments», die Organistin Anastasia Stahl und der Saxofonist Rafael Baier. Ihre musikalische Heimat ist unterschiedlich: Während sich die Lenzburger Stadtorganistin in der Klassik und der Kirchenmusik bewegt, kommt Rafael Baier vom Jazz. Im Programm «Luftströme – Musik entlang des Jetstreams» lassen sie sich vom Wind tragen und nehmen unterwegs Musik aus den verschiedensten Ländern mit. Sie reisen dabei immer an der Schnittstelle zwischen Klassik, Jazz und Volksmusik; im Gepäck Originalkompositionen, eigens erstellte Adaptionen und Improvisationen. Astor Piazzolla, der argentinische Erneuerer des Tangos, schrieb seine «Histoire du Tango» 1985 für Flöte und Gitarre. In vier Sätzen zeichnet er die Entwicklung des Tangos von der Tanzmusik im Hafenviertel von Buenos Aires zur Kunstmusik auf den Bühnen der Welt nach. Paquito D’Rivera, hochvirtuoser Klarinettist und Saxofonist, ist ein Wanderer zwischen den Musikstilen. Seine Kompositionen oszillieren zwischen traditionell lateinamerikanischer Musik, dem Jazz und der Klassik. «Vals Venezolano» und «Contradanza» bauen auf traditionellen Rhythmen auf. Es erklingen eine Walzervariation aus Venezuela und ein kubanischer Danzón. Phil Woods ist ein Meister des Jazz-Altsaxofons in der Bebop-Tradi- tion von Charlie Parker. In seiner «Sonata» hat er sich aber an eine klassische Sonatenform gehalten und dabei einen Crossover-Klassiker der Saxofonliteratur erschaffen. Notierte und improvisierte Abschnitte wechseln sich ab. 23 Beim Flug über den Atlantik nehmen Anastasia Stahl und Rafael Baier die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine stürmische Improvisation. Jérome Naulais hat sich bei seiner «Petite Suite latine» im ersten Satz vom spanischen Flamenco und dem Stierkampf-Tanz des Paso Doble leiten lassen. Später dehnt er seine Entdeckungsreise auf weitere lateinamerikanische Tänze aus: dem Cha-Cha oder dem Tango. Michael Wasserfaller, ein österreichischer Jazz-Pianist, schrieb die wunderbar schwebende Originalkomposition «Fly!» für Saxofon und Orgel, welche die vielfältigen Klangfarben beider Instrumente durch improvisierte und notierte Teile zur Geltung bringt. Volker Bräutigam, ein aus der DDR stammender Kirchenmusiker und Komponist, kombiniert in seinem Orgel-Choralvorspiel «Nun freut euch, lieben Christen g’mein» die Jazz-Rhythmik und -Harmonik mit der Melodie des alten Lutherlieds. In der Soloimprovisation für Saxofon ist eine Schweizer Melodie versteckt, wer erkennt sie? Zsolt Gárdonyi stammt aus Ungarn. Seine Orgelkomposition «Mozart Changes», frei übersetzt «Mozartsche Akkordwechsel», kreist um zwei tänzerische Motive aus der letzten Klaviersonate Mozarts (KV 576). Diese enthalten eine Akkordfolge aus dem 18. Jahrhundert (VI-II-V-I), die sich im Jazz bis heute als zentrales Idiom erhalten hat. Der Saxofonist Pedro Iturralde war jahrelanger Begleiter der Flamenco- Ikone Paco de Lucía. In seinen Kompositionen «Pequeña Czardas» und «Suite hellénique» liess er sich aber vom ungarischen Czardas und der griechischen Folklore aus Kalamatianos und Kreta inspirieren. 24 Die Reise von Westen nach Osten endet in Israel mit dem traditio- nellen Klezmer-Stück «Heyser Bulgar», einem «heissen» Tanz, den die Klezmorim aus Bessarabien mitbrachten. Es war eine Lieblingsmelodie des Klarinettisten Naftule Brandwein, welcher diese gerne mit dem Rücken zum Publikum darbot, damit man die virtuosen Feinheiten seiner Spieltechnik nicht erkennen konnte.


Tickets/Vorverkauf Erwachsene 35.- / Studenten, Schüler, KulturLegi 25.- / Kinder 4-16 Jahre 10.-
Vorverkauf ab 1. Juli 2022

Veranstaltungsort: Stadtkirche Lenzburg

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